La-Production

Drehbücher

 

In diesem Bereich wollen wir nun einige unserer Drehbücher Online stellen. Ein Drehbuch ist ein sehr wichtiger Teil eines Videos, Kurzfilms,usw. Das Drehbuch in unserem Falle ist ein Skript für alles. Von der ersten Drehbuchidee, über Internetrecherche, Sprecherdialoge, Drehtage, Requisite, Meinugsforschung bis hin zur Regieanweisung und "Bitte nicht vergessen" Notizen. Ein Drehbuch kann unterschiedlich umfangreich sein, es kommt darauf an ob es ein Filmdrehbuch, klassisches Drehbuch, oder ein Drehbuch primär für den Regisseur ist.Häufig ist unser (Kurzfilm)Drehbuch ein Skrip mit allem was dem Lommel so einfällt und was während des Drehs zu beachten gilt. Also Dinge wie: "Wie steht die Kamera?", "Von wo kommt wer herein?", "Welchen Sound gilt es einzufangen?" oder auch ganz Banales:" Wann machen wir Mittag und vor allem wo?". Ein Drehbuch kann 1-2 Seiten umreißen oder wie ein, uns abhanden gekommenes,Drehbuch 15 Seiten aufweißen. Es ist schlichtweg ein "Buch" für den Dreh, umso komplexer und aufweniger der Dreh / das Set, desto aufwändiger und umfangreicher das Filmdrehbuch.

 

 

Über das Drehbuch

 

Am Anfang ist es erstmal von Bedeutung sich Gedanken zu machen, was denn überhaupt entstehen soll. Will ich einen Spielfilm drehen, eine Tragödie, ein Dokumentarfilm oder was es sonst noch so für Gattungen und Möglichkeiten gibt. Wenn man einfach drauf los schreibt, in der Hoffnung das Drehbuch wird schon gut, dann kommt im Endeffekt vielleicht statt einem Drama ein Lustspiel heraus.  So mancher Filmemacher und Regisseur musste schon nüchtern feststellen, das seine Tragödie wirklich eine „Tragödie“ in filmischen Sinne war.

Nachdem man sich im Klaren ist, was man drehen möchte, ist die nächste Frage welcher Kategorie gehört mein Film, Drehbuch, Projekt an? Dazu braucht man schon ein wenig Verständnis, was in welche Kategorie gehört und wie diese umzusetzen ist. Ein Beispiel:

Der Regisseur möchte ein Drama inszenieren, kennt sich aber mit dieser Gattung gar nicht recht aus und packt Elemente dort hinein, die eher einer Satire ähneln als einem Drama.

Diese Dinge zu vermischen ist an sich noch nicht schlimm, doch heraus kommen kann ein Gedanklicher Berg, der in Ton und Bild negativ rüber kommt. So Filme oder Inszenierungen habt ihr vielleicht auch schon mal gesehen, man erkennt keine klare Handlung, findet vieles einfach nur verrückt und weiß in entscheidenden Momenten nicht ob man als Zuschauer jetzt weinen oder lachen soll. Der Drehbuchautor muss einfach eine konkrete Vorstellung haben, was im Endeffekt rumkommen soll. Dann ist es natürlich wichtig das auch so zu schreiben, das die vielen Gedankenstränge und Vorstellungen aufs Blatt kommen und ein Drehbuch entsteht.

Ein Drehbuch ist aber nicht gleich ein Drehbuch, und wenn man es genau nimmt kann man hier auch differenzieren: Da gibt es die literarische Vorlage, die einfach das ist, was man vor dem Filmdreh alles aufschriebt, und was dem Regisseur, dem Kameramann und den anderen Leuten am Set dient einen Film, Kurzfilm oder was auch immer zu produzieren. Die literarische Vorlage ist aber eigentlich das Endprodukt einiger gedanklicher Vorlagen.

Damit wären wir bei dem Expose, dem Szenarium, dem Drehbuch und dem optischen Drehbuch. Je genauer man in diesen einzelnen Stadien die Gedanken ordnet und ihnen Ausdruck verleiht, desto einfach ist es für alle Beteiligten, einen guten Film auf die Beine zu stellen. Erstaunlicherweise gilt dieses auch für den Regisseur oder Kameramann, der sein eigener Drehbuchautor war. Man kann einfach nicht alles sich einprägen oder es drauf ankommen lassen. Bis jetzt klang es so als ob immer ein riesiges Filmprojekt anstände, für das man zwangsläufig ein gutes Drehbuch braucht. Aber auch kleine Projekte, und das kann ich aus Erfahrung sagen, brauchen eine Vorlage. Man ärgert sich ungemein, stellt man fest, dass wichtige Emotionen oder organisatorische Dinge vergessen wurden, oder einfach untergegangen sind, oder die Konzeption („Was wollte ich beim Zuschauer auslösen“)

Ihr Ziel verfehlt hat. Vielleicht hast auch du Einwende gegen das mühselige Drehbuchschreiben wie::“ Das kann ich nicht!“ oder „Dafür habe ich keine Zeit, der Dreh ist eh schon zeitraubend“. Doch ich bin der Meinung, das Jeder, wirklich jeder seine Gedanken in ein Drehbuch packen kann, selbst wenn es nur eine Liste von Stichpunkten ist. Hauptsache du machst dir viele Gedanken und weißt was und wie du es willst.

Außerdem ist es nicht auch eine Leistung und ein gutes Gefühl, wenn man es dann doch geschafft hat und sogar noch ein schöner Film / schönes Video dabei rausgekommen ist?

Mann muss sich dabei wirklich nicht selber unter Druck setzen, mach ein Drehbuch für Dich und deinen Film, dein Video, deine Dokumentation und nicht für Steven Spielberg.

Ich möchte noch mal die Bedeutung eines Drehbuchs hervorheben mit einem Ziatat welches mit sehr gut gefällt. Es stammt aus dem „Amateurfilm-Taschenbuch von Rolf Hempel: “Was vorher nicht ausgedacht, gesehen, empfunden wurde, das kann nicht aufs Bildmaterial gelangen, kann nicht vom Bildmaterial auf den Zuschauer „überspringen“…“.

Nun zu den einzelnen Stadien des Drehbuchs/ der literarischen Vorlage:

 

Das Expose

Das Expose ist die Grundidee eines Films, ich würde behaupten, dass sie in den meisten Fällen mit der Entscheidung: “Ich mache einen Film“ im Unterbewusstsein einhergeht.Bei unserem ersten Video „ Der Turmbau zu Babel“ war genau dieses der Grundgedanke: „Wir machen eine Dokumentation über den antiken Turm, mit dem Ziel die Geschichte lebend werden zu lassen“ Das Expose ist die Idee, aber auch schon die Vorstellung der Zielsetzung, Gliederung und  gegebenenfalls  Beweisführung der Thematik. Beim Turm zu Babel sieht man dies schön in unserer Vorarbeit mit den verschiedene Thesen und der Einleitungsfrage. Das Expose ist aber stark abhängig von der Gattung des Films, in ein Expose eins Lehrfilms kommen wieder noch andere Elemente hinein, als in ein Expose eines Dokumentarfilms. Die Grundzüge des Exposes sind: „ Was will ich?“  „Wenn soll der Film ansprechen?“  und „ Wie will ich dies erreichen(grob)?“Am diesen Punkten kann man dann immer abmessen, ob man seiner Linie Treu bleibt oder abschweift.

 

Das Szenarium

Das Szenarium basiert auf dem Expose und beschreibt alles in Einzelheiten. Optimal enthält das Szenarium jede Handlung, beschriebt jede Person und gibt dem Kameramann Anweisungen. Das Szenarium umfasst dabei die Mimik, die Stimmung, Anordnung der Gegenstände, Dialoge, Geräusche und auch der Erzählertext. Es fällt jetzt bestimmt auf, dass eigentlich schon alles drin ist was man braucht um zu drehen, deswegen verwechselt man das Drehbuch auch schnell mit dem Szenarium. Es gibt sogar Sonderformen in der man das Szenarium weglässt und ein „erweitertes Expose“. Doch nun zum eigentlichen Drehbuch

 

 

 

 

Das Drehbuch

Das Drehbuch ist, wie der Name schon sagt, ein Buch für den Dreh. Man darf das Drehbuch nicht isoliert sehen ohne die vorläufigen Gedankenstränge. Das Drehbuch ist nochmals eine Erweiterung zum Szenarium. Es ist gerade für aufwendige Filme und Spielfilme unerlässlich, da erst das Drehbuch einzelne Beschreibungen ganz konkret für Kameraschwenks, Darsteller und Sound liefert. Im Drehbuch spielt auch die „hörbare Seite“ eine wichtige Rolle, neben dem was das Auge sieht. Auch wird auf die Sprecherdialoge, Texte und Musik nochmals eingegangen, quasi ein Rhythmus erschaffen. Das perfekte oder ideale Drehbuch gibt es nicht, aber es gibt auch hier Mischformen, z.B. das „Rohdrehbuch“. Beim Ausarbeiten vom Drehbuch muss eigentlich der Kameramann dabei sein, um die einzelnen Einstellungen und Motive zu erfassen. Hier gilt:“ Alles ist der Idee untergeordnet“. Kein Drama verträgt wilder Kamerafahrten und Schwenks, und kein Actionfilm kommt mit Standbildern aus.

Man kann auch parallel zum Drehbuchschreiben verschiedene Kameraeinstellungen ausprobieren oder Standpunkte festlegen. Hilfreich sind hier kleine Skizzen von Räumen oder Location, in der gedreht wird. Mir persönlich hilft das sehr den Überblick zu behalten und Zeit zu sparen.

 

Das optische Drehbuch

Optisch bedeutet man muss es sehen können. Darum ist das optische Drehbuch nochmals eine Weiterführung des eigentlichen Drehbuchs, da durch die skizzierten Filmeinstellungen ein lebendiger Eindruck entsteht. Wichtig hier ist:“ Wie ist die Blick- und Bewegungsrichtung?“ und „ Wo sind Übergänge?“  Ab diesem Zeitpunkt sagt man “kennt man seinen Film genau“, was erst nur vor dem Inneren Auge zu sehen war, steht jetzt auf dem Drehbuchblatt. So kann man schon ersehen wie der Filmschnitt werden könnte und welche Wirkung des Gezeigte Drehbuch auf dem Zuschauer hat.

 Das war jetzt eine ganze Menge Informationen rund zum Thema Drehbuch, Drehbuchschreiben und Filmerei. Betonen möchte ich noch mal, dass ein Drehbuch auch eine persönliche Sache ist. Für mich ist das Drehbuch, ein Original, es gibt kein zweiter „original Drehbuch“ eines Films. Es sind deine Gedanken und Vorstellungen und dein Herz was sich darin widerspiegelt. Man kann aus Zeitgründen, oder unvorhersehbaren Umständen auch nicht immer das Drehbuch oder Szenarium 1 zu 1 umsetzten. Doch das macht auch gar nicht soviel, solange man seiner Grundidee treu bleibt und den Zuschauer bewegen kann.

Ein Tipp fürs Drehbuchschreiben:

 

  • Lass dich inspirieren, und zwar von allem, von der Natur, von Bildern, von Dingen die dich bewegen vom Leben letzten Endes. Die Aufregendsten und authentischsten Drehbücher schreibt das Leben selbst.
  • Schreibe für dich, nicht für die Massen oder sonst wen.
  • Passe dein Drehbuch den Umständen an: Spontaner Kurzfilm dann spontan und kurz, Werbevideo dann gründlich und optisch.
  • Tu dich beim Drehbuchschreiben zusammen mit anderen Leuten (Kameramann, Regisseur , Darsteller …)
  • Informiere dich! Jeder kann sein literarischen Verständnis und Dinge wie Ausdrucksvermögen verbessern.